Mama, Papa, mir ist so schlecht … Tipps gegen Reiseübelkeit bei Kindern
Kennen Sie diese Szene auch? Das Auto ist gepackt und los geht die fröhliche Reise. Doch bald wird es auf dem Rücksitz immer stiller und irgendwann meldet sich eine klägliche Stimme von hinten: „Mama, Papa – mir ist so schlecht.“ Die Reiseübelkeit bei Kindern zeigt sich vor allem bei längeren Autofahrten. Doch wie kommt es überhaupt dazu und was können wir dagegen tun? Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, warum es vor allem Kindern beim Autofahren schlecht wird und wie Sie der Reiseübelkeit bei Ihren Kleinen effektiv vorbeugen können.
Wie entsteht eine Reiseübelkeit?
Reiseübelkeit entsteht durch widersprüchliche Informationen, die unser Gehirn verarbeiten muss. Da wir uns während einer Autofahrt kaum bewegen, denkt unser Gleichgewichtssystem, wir stehen still. Unsere Augen hingegen nehmen wahr, dass wir uns mit dem Auto bewegen. Auf diesen Widerspruch reagieren Gehirn und Körper mit Stress, der sich insbesondere durch Übelkeit äußert. Die Reisekrankheit, fachsprachlich Kinetose genannt, entsteht also nicht in unserem Magen-Darm-Trakt, sondern im Gehirn. An sich ist sie völlig harmlos, allerdings kann sie für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Der Hang zur Reiseübelkeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Sie kann auch Erwachsene treffen, besonders häufig kommt sie allerdings bei Kindern vor.
Warum sind vor allem Kinder von Reiseübelkeit betroffen?
Da das Gleichgewichtsorgan bei Kindern noch nicht vollständig entwickelt ist, reagiert dieses besonders empfindlich. Fachleuten zufolge kann auch die noch nicht abgeschlossene Entwicklung des Gehirns ein Grund dafür sein, warum es Kindern häufiger beim Autofahren schlecht wird als Erwachsenen. Säuglinge leiden übrigens selten unter Reiseübelkeit. Denn erst ab dem zweiten Lebensjahr sind die optischen Eindrücke mit Bewegungserfahrungen gekoppelt. Je älter ein Kind wird, desto mehr lässt die unangenehme Reaktion in der Regel nach.
Symptome der Reisekrankheit
Meist kündigt sich eine Reiseübelkeit bei den Kleinen durch verschiedene Vorboten an. Wenn Sie bereits auf die typischen ersten Anzeichen achten, können Sie Ihrem Kind rechtzeitig helfen. Erste Warnsignale einer aufkommenden Reiseübelkeit sind Schläfrigkeit, häufiges Gähnen und eine vermehrte Speichelbildung. Bemerken Sie bei Ihrem Kind kalten Schweiß auf der Stirn oder klagt es über Kopfschmerzen, wird es sich mit großer Wahrscheinlichkeit bald übergeben müssen.
Dauert die Reise länger und werden keine Maßnahmen unternommen, können neben Übelkeit und Erbrechen weitere Symptome dazukommen: Schwindel, Blässe im Gesicht, niedriger Blutdruck, starkes Herzklopfen und eine schnelle Atmung.
So können Sie einer Reiseübelkeit bei Ihren Kindern vorbeugen
Auch Ihrem Kind wird es beim Autofahren schnell schlecht? Dann sollten Sie folgende Punkte vor und währen der Autofahrt beachten:
- Verlegen Sie die Autofahrt möglichst in die Nachtstunden. So kann Ihr Kind in Ruhe schlafen. Der Vorteil: Während des Schlafes ruht auch der Gleichgewichtssinn. Am besten lassen Sie Ihr Kind sitzend mit einem Nackenhörnchen schlafen. Denn auch Liegen kann Übelkeit fördern.
- Machen Sie regelmäßig Pausen, in denen Sie alle gemeinsam frische Luft schnappen können. Das tut nicht nur den Kleinen gut, sondern auch Ihnen selbst.
- Kleine, fettarme Snacks wie beispielsweise Obst- oder Gemüsestückchen oder dünn belegte Brote sind der ideale Reiseproviant für eine lange Autofahrt. So bleibt der Magen nicht leer, wird aber auch nicht überfordert.
- Beschäftigen Sie die Kinder mit Unterhaltung, spannenden Hörbüchern, Suchspielen wie „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ oder Musik. Das hilft nicht nur gegen Langeweile während der Fahrt, sondern kann auch von der Übelkeit ablenken. Filme schauen, Videospiele oder Lesen sollten die Kinder allerdings vermeiden, denn das kann die Reiseübelkeit fördern. • Kinder, denen schnell schlecht wird, sollten auf der Rückbank in der Mitte sitzen und den Blick möglichst nach vorne in die Ferne richten.
- Planen Sie Ihre Route im Vorfeld und vermeiden Sie längere kurvenreiche Strecken. Auch eine achtsame, vorausschauende Fahrweise kann helfen, dass es erst gar nicht zu einer Reiseübelkeit kommt.
Zu spät? Das können Sie gegen Reiseübelkeit bei Ihren Kindern tun
Doch manchmal passiert es einfach – Ihrem Kind ist es doch so richtig schlecht. Vor allem bei heißen Temperaturen, wenn es im Auto so richtig stickig wird, kann dies trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vorkommen. Bewahren Sie Ruhe, öffnen Sie die Fenster und steuern Sie den nächsten Parkplatz an. Dort sollte Ihr Kind etwas herumlaufen oder sich eine Weile mit geschlossenen Augen hinlegen. Auch Salzstangen, Cracker oder Zwieback mit stillem Wasser oder Tee können bei starker Übelkeit Linderung schaffen. Optimalerweise haben Sie auf längeren Fahrten immer eine Brechtüte parat.
Sie sind mit dem Flugzeug oder Schiff unterwegs?
Bei Flugreisen mit Kindern sollten Sie schon bei der Wahl der Sitzplätze mittdenken. So finden auf den Plätzen in Höhe der Tragflächen die wenigsten Bewegungen statt. Bei Schifffahrten sollten Sie sich mit Ihren Kindern möglichst am Außendeck an der frischen Luft aufhalten. Wenn Sie die Nacht auf dem Schiff verbringen, wählen Sie am besten eine Kabine auf dem untersten Deck in der Mitte des Schiffes. Dort liegt das Schiff am ruhigsten im Wasser.
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Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie einen schönen, erholsamen Urlaub!
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